Die Kenner Ley bot den hier lebenden Familien bisher einen schönen Blick ins Grüne. Doch diese Aussicht wurde nun versperrt: Direkt hinter unseren Gärten, in denen unsere Kinder spielen, haben die Verbandsgemeindewerke Schweich einen 1,80 Meter hohen, hell verzinkten Stahlzaun um das Regenrückhaltebecken errichtet, wo vorher über 10 Jahre lang ein sicherer, naturnaher, 1,40 Meter hoher Drahtzaun stand.
Unsere Bürgerinitiative fordert einen Austausch des auffälligen neuen Zauns durch eine sichere, familienfreundliche und unauffällige Lösung – so wie sie an den Regenrückhaltebecken der Verbandsgemeinde bisher üblich war: einen, 1,40 bis 1,60 Meter hohen Doppelstabmattenzaun in unauffälligem Grün.
Die Verbandsgemeindewerke Schweich begründen die Gestaltung des neuen Zauns mit Sicherheitsanforderungen aus unverbindlichen Regelwerken. Dabei ignorieren sie:
Die auffällige Farbe des Zauns mit maximalem Kontrast zur Natur hat nichts mit der Sicherheit zu tun und ist für Regenrückhaltebecken unüblich.
Der bisherige 1,40 Meter hohe Zaun wurde von Experten des Bauträgers geplant und hat sich hier bewährt. In über 10 Jahren gab es keinen einzigen Sicherheitsvorfall mit dem Zaun oder Unfall im Regenrückhaltebecken. Um den Verbandsgemeindewerken entgegenzukommen, würden wir trotzdem einer Erhöhung auf 1,60 Meter zustimmen.
Unsere Regenrückhaltebecken sind nicht ungewöhnlich gefährlich. Die Mulden sind flach. Pflanzen geben der Böschung Griffigkeit und helfen beim Hinaussteigen. Nach unseren Beobachtungen steht Wasser nur kurzzeitig nach Starkregen in den Mulden und ist maximal 30 cm tief.
Unsere monatelangen Gespräche mit den Verbandsgemeindewerken haben zu keinem Kompromiss geführt. Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Schweich, Frau Christiane Horsch von der CDU Schweich, hat unser Gesprächsangebot abgelehnt und unseren offenen Brief an sie (s.u.) über Monate ignoriert.
Zahlreiche andere Kommunen zeigen, wie Regenrückhaltebecken unter Einhaltung aller Standards gezielt zu Ortverschönerung, Landschaftsgestaltung und Umweltschutz genutzt werden können (z.B. Osnabrück, Cloppenburg, Oldenburg, Quakenbrück, Singen, Wedemark und Rotenburg), Bei uns hingegen reicht der politische Gestaltungswille anscheinend noch nicht einmal für einen angemessenen Zaun.
Unsere Rückhaltebecken sind nicht gefährlicher als andere Rückhaltebecken, Gräben und künstliche Gewässer in der Gegend. Deshalb fragen sich nun viele Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Schweich: Wird bald auch hinter unserem Familiengarten ein 1,80 Meter hoher hell verzinkter Stahlzaun stehen? - Solange dieser Zaun so auf der Kenner Ley steht, kann die Verbandsgemeinde ihn als Präzedenzfall nutzen. Sie kann künftige unangemessene Zäune überall mit Verweis auf die Kenner Ley rechtfertigen.
Daher unsere Forderung: Im Interesse der gesamten Verbandsgemeinde muss der unangemessen auffällige Zaun durch eine unauffälligere, sichere und familienfreundliche Lösung ersetzt werden.
09.03.26 Bericht im WochenSpiegel
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